Leistungsdiagnostik

Radfahren

Nachdem letzte Woche der Tag der Wahrheit auf dem Laufband war, stand heute die Überprüfung der Form auf dem Rad an!

Den Test machte ich erneut mit der Unterstützung von Laura, aber dieses Mal zu Hause auf dem eigenen Rad. Thomas war so nett und hat mir seine „Rolle“ geliehen. Diese hat den Vorteil, dass sie die Leistungsstufen selbständig anpassen kann.

Im letzten Artikel hatte ich ganz vergessen kurz zu erwähnen, wie solch ein Stufentest aussehen kann:
z.B. auf dem Rad: 10 Minuten "einfahren" bei 50 Watt und dann jede Minute eine Steigerung von 15 Watt, solange bis die Trittfrequenz pro Minute unter 80 Umdrehungen / Minute fällt. Wenn keine 80 Umdrehungen / Minute mehr gehalten werden können wird der Test beendet und die letzte Messung durchgeführt.

Wie funktioniert die Messung?
Ohne zu tief ins Detail zu gehen: Es wird Blut am Ohrläppchen entnommen. Anschließend wird an einem Laktatmessgerät der Laktat-Wert im Blut ausgelesen und notiert. Gleichzeitig wird der Pulswert notiert. Dieses Verfahren wird z.B. alle 3 Minuten durchgeführt und die entsprechenden Daten notiert. Damit wird versucht eine möglichst genaue Aussage über die aerobe Ausdauerleistungsfähigkeit zu treffen. Damit ist der Moment gemeint, wenn die Muskeln im Sport übersäuern („schwer werden“). Hat man diese Schwelle definiert, ist man in der Lage verschiedene Bereiche zu bestimmen in welchen das Training stattfinden sollte, damit der Reiz im Training richtig gesetzt werden kann. Damit kann zum Beispiel ein lockerer Dauerlauf bei einem Puls von 140-155 gemeint sein, oder aber Radintervalle von 4x 15 Minuten bei 220 Watt Leistung.

Übertrag ins tägliche Training 
Durch das bestimmen der individuellen Schwelle kann das Training sehr gut gesteuert werden. So bin ich in der Lage in meinen Trainingseinheiten immer exakt in den vorgegebenen (sinnvollsten) Intensitäten zu trainieren. Wenn die Schwelle nicht bekannt ist, kann ein Trainingslager schnell zu schmerzhaften Erfahrung werden.

Beispiel: 7 Tage Trainingslager auf Mallorca: Es wird an 5 Tagen Rad in einer Gruppe gefahren. Wenn die Gruppe zu schnell für mich ist und ich meine Werte nicht kenne, aber trotzdem "dranbleibe", bin ich in Gefahr mein Immunsystem zu sehr zu schwächen und aufgrund der harten Belastung(en) erkältet wieder in Deutschland anzukommen. Das wäre natürlich fatal und man hätte sich das Trainingslager auch sparen können.

Vor allem auf meiner präferierten Trainings-Insel (Lanzarote) ist es wichtig seine Werte zu kennen. Auf Lanzarote gibt es wenige flache Strecken und die meisten Strecken sind sehr windanfällig. Wenn ich nun nur auf meine Geschwindkeitsanzeige schaue, fahre ich gestresst gegen den Wind oder die Berge hoch. Solche Aktionen machen einen schnell platt und sind nicht gerade sinnvoll in einem Grundlagentrainingslager. Aus diesem Grund lasse ich mir, in den meisten Trainings, nur meine Wattwerte (Leistungswerte), Puls und Trittfrequenz anzeigen. Das sind die wichtigen Werte für ein gutes Training. Egal, ob ich gegen den Wind oder in den Bergen fahre: der Leistungswert ist ehrlich und zeigt mir meine aktuelle Leistung an. Bei Pulswerten ist das, vor allem auf dem Rad, schon deutlich schwieriger, da Faktoren wie Adrenalin oder Temperatur die Ergebnisse verfälschen können.

Nun warte ich gespannt die Auswertungen der Tests und sehe dann, wie mein aktueller Leistungszustand ist. Mit den aktuellen Werten fliege ich dann Anfang Januar für drei Wochen ins Trainingslager nach Lanzarote und werde dort vernünftig nach den Werten trainieren und meine Grundlagenausdauer für die Saison 2018 ausbauen! 🙂

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